Technische und physikalische Stromrichtung

Eine grundlegende Festlegung in der Elektrotechnik sorgt immer und immer wieder für Verwirrung bei Schülern und Studenten, die anfangen sich mit der E-Technik zu beschäftigen: Die technische und die physikalische Stromrichtung. Was es damit auf sich hat und was man sich am besten merken sollte, um das richtige Verständnis aufzubauen, das erfährst du in diesem Beitrag.

Physikalische Stromrichtung

In einem Gleichstromkreis fließt der Strom immer in eine definierte Richtung. Der „elektrische Strom“ wird in Erklärungen für Einsteiger häufig als eine Menge von Elektronen beschrieben, die sich in eine bestimmte Richtung bewegen. Diese Elektronenbewegung ist gerichtet und zwar vom Minuspol der Gleichspannungsquelle in Richtung des Pluspols. Daher ist es für Einsteiger logisch, dass die Stromrichtung auch vom Minus- zum Pluspol gerichtet ist. Diese Festlegung wird physikalische Stromrichtung oder Elektronenflussrichtung genannt.

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Technische Stromrichtung

Nun ist es allerdings so, dass Gelehrte und Wissenschaftler zur Zeit der Entdeckung der Elektrizität von einer Stromrichtung in die andere Richtung, also vom Pluspol zum Minuspol ausgegangen sind. Diese Stromrichtung wird als technische oder konventionelle Stromrichtung bezeichnet. Diese historische Festlegung war dann irgendwann in Büchern und Lehre etabliert und wurde nicht mehr geändert. Die Stromrichtung von + nach – gilt also bis heute in der Elektrotechnik. Bei jedem Schaltplan, jeder Beschriftung von Bauelementen wie Dioden oder Elektrolytkondensatoren und bei jedem Messgerät in der Praxis wird von der konventionellen Stromrichtung ausgegangen. Dadurch, dass die gesamte technische Welt dieses einheitliche Verständnis hat, kommt es auch zu keinen Missverständnissen.

Diese Festlegung wird von Einsteigern häufig als sehr verwirrend empfunden. Je länger man sich jedoch mit der Elektrotechnik beschäftigt, desto „natürlicher“ wird diese Definition. Wichtig ist , dass man die Elektronenflussrichtung am Anfang zwar für erste Erklärungen heranziehen kann, dann sollte man sich jedoch schnell mit der technischen Stromrichtung „anfreunden“ und diese als Standard für Berechnungen, Schaltpläne und alle weiteren Aspekte in der Praxis akzeptieren.

Merke: In der Elektrotechnik und Elektronik wird in Theorie und Praxis (Berechnungen, Schaltpläne, Bauelemente, Messgeräte) immer mit der konventionellen Stromrichtung vom Pluspol zum Minuspol gearbeitet.

 

Die oben aufgeführten Erklärungen findest du auch im unten angezeigten Video zur technischen und physikalischen Stromrichtung.

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